Als Walter seine Muschi entdeckte, war er bereits 28 Jahre alt. Kein gewöhnliches Ereignis für einen Mann seines Alters, aber auch nicht unbedingt ein Außergewöhnliches. Es war im Herbst, genauer gesagt am 9. November, als er sie zum ersten Mal in der Dunkelheit sah. Wie ein Blitz muss es ihn getroffen haben, den Mund weit geöffnet und die Pupillen zu kleinen Schlitzen verengt.
„Ich habe sie gefunden!“, wird er zufrieden ausgerufen haben, um sie daraufhin stolz seinen Kollegen präsentieren zu können. Ab diesem Tag an hatte er zwei Muschis. Eine, die er im Jahre 1929 heiratete und die andere, die er in jener Nacht aus Liebe nach ihr benannte und wie sich herausstellte alle 5 Stunden ihre Periode haben würde.
„Wer einmal bewusst in den Kosmos schaut, muss bescheiden werden und erkennen, dass er nur ein Staubkorn ist.“, soll Walter Baade gesagt haben, denn so steht es auf dem bronzenen Grabstein, der in seinem Geburtsort Schröttinghausen steht. Ob er allerdings bei diesem Zitat an das eine Staubkorn dachte, das jetzt Muschi heißt und im Weltall als eines von unzähligen Asteroiden die Sonne umkreist, werden wir wohl nie erfahren.